Am 19. Februar 2026 wurde die VG Newsmedia, die neue Verwertungsgesellschaft für Leistungsschutzrecht der Presseverlage, bei einem Kick off-Event im Presseclub Concordia in Wien vorgestellt. Nach der Begrüßung der zahlreichen anwesenden Gäste durch den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Maximilian Dasch, Geschäftsführer und Herausgeber der „Salzburger Nachrichten“, und dem Leiter der Aufsichtsbehörde für Verwertungsgesellschaften, Clemens Bernsteiner, präsentierte die Geschäftsführung, bestehend aus Julia Wippersberg und Gerald Grünberger, die Aufgaben und Ziele der VG Newsmedia.
Eindeutiger Apell: Verlage müssen für die Nutzung der Online-Inhalte durch Dritte Geld bekommen
Ziel der VG Newsmedia ist es, eine angemessene Vergütung der Online-Inhalte ihrer Mitglieder vonseiten der Nutzer – insbesondere der Big-Tech-Plattformen – zu erreichen. „Dabei sind wir als Verwertungsgesellschaft nur so stark wie die Rechte, die wir von den Verlagen übertragen bekommen. Sind sie zahlreich, dann haben wir eine gewisse Macht, die wir gegenüber den Tech-Plattformen vortragen können“, betonte Geschäftsführerin Wippersberg. „Bedauerlicherweise sind dazu aufgrund des Rechtsrahmens noch zahlreiche juristische Detailfragen offen, die wohl vor Gericht geklärt werden müssen. Dafür werden wir einen langen Atem und Zusammenhalt der Branche benötigen“, so Wippersberg.
Die Mitgliedschaft in der VG Newsmedia steht sämtlichen Verlagshäusern in Österreich offen – das Angebot ist nicht an eine Mitgliedschaft in einem anderen Verband geknüpft. „Wir laden also alle Verlage ein, einen Wahrnehmungsvertrag abzuschließen und der Gesellschaft als Mitglied beizutreten“, ermunterte Geschäftsführer Gerald Grünberger die zahlreichen anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Medienbranche.
Keynote-Speaker Höppner: Gemeinsame Strategie gegenüber Google & Co. erforderlich
Der Berliner Rechtsanwalt Thomas Höppner (Geradin Partners) spannte in seiner Keynote den Bogen von den rechtlichen auf EU- sowie auf nationalstaatlicher Ebene und ihren Schwächen über die derzeitigen Praktiken von Google, das Leistungsschutzrecht zu umgehen, bis hin zu den neuesten Entwicklungen im Zusammenhang mit KI-Unternehmen. Er zeigte aber auch Wege auf, wie diesen diesen Herausforderungen begegnet und das Ziel einer Verwertungsgesellschaft – Geld für die Rechteinhaber zu lukrieren – erreicht werden könnte.
Seine zentrale Botschaft: Die Presseverlage müssen an einer gemeinsamen Strategie arbeiten und dürfen sich durch Google nicht „auseinanderdividieren“ lassen. Weiters braucht es gesetzliche Regelungen, die es ermöglichen, die Nutzung von Online-Inhalten nicht nur zu verbieten, sondern auch in angemessener Weise zu monetarisieren.